Ein Jahr Grundeinkommen in Finnland - wie ein Arbeitsloser zum IT-Fachmann wurde

Vor einem Jahr startete in Finnland das Grundeinkommen als Pilotprojekt. Mit der Einführung sollten vor allem Arbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt und Bürokratie abgebaut werden. Der Plan scheint aufzugehen.


Das bedingungslose Grundeinkommen polarisiert: Die einen befürworten die monatliche Einmalzahlung und glauben, dass das Geld frei macht. Für die anderen ist es eine unsinnige Utopie, die viel kostet und wenig einbringt. Klar ist aber wohl beiden Seiten: Ohne Experimente, ohne Erfolg oder Scheitern, bleibt das Grundeinkommen nur ein gedankliches Konstrukt. Es braucht also Pilotprojekte.


Solche Tests gibt es weltweit. Ein besonders ambitioniertes Projekt startete vor einem Jahr in Finnland. Dort wurden 2000 Arbeitslose vom finnischen Sozialversicherungsinstitut Kela ausgelost, die nun monatlich 560 Euro statt der Arbeitslosenunterstützung bekommen. Anders als beim Arbeitslosengeld dürfen die Testpersonen aber noch Geld dazuverdienen. Die Erwartung dahinter: Arbeitslose, denen es schwer fällt, wieder einen Job zu finden, könnten auch einen Teilzeitjob oder eine Stelle mit weniger Bezahlung annehmen, da das Grundeinkommen die nötigsten Ausgaben abdeckt.



Grundeinkommen in Finnland

Einer von diesen 2000 Menschen ist Mika Ruusunen. Im November 2016 bekam er eine Email, die ihm angekündigte, dass er beim Grundeinkommenstest ab Januar 2017 dabei sein würde. Nun bekommt er also seit ziemlich genau einem Jahr den monatlichen Betrag - und der hat sein Leben verändert. Denn zuvor war er 16 Monate ohne Job und besuchte erneut die Schule, um sich zum IT-Fachmann ausbilden zu lassen. Gerade als er einen Praktikumsplatz ergattert hatte, erfuhr er von der Teilnahme am Grundeinkommensprojekt.

Inzwischen hat einen einen festen Job bei der Firma bekommen. "Bevor ich meinen jetzigen Job bekam, habe ich bereits darüber nachgedacht, mein eigenes Unternehmen zu gründen, und es ist schön zu wissen, dass ich immer noch diese Option habe", sagte er. "Das Grundeinkommen ermutigt die Menschen, Arbeit zu anzunehmen, sogar in Teilzeit oder mit niedriger Bezahlung. Es ist eine Art Win-Win-Situation für die Gesellschaft, berichtet Ruusunen dem TV-Sender "CNBC".

Doch was Ruusunen als Gewinn wahrnimmt, ist auch einer der größten Kritikpunkte in Finnland. Während die Regierung hofft, dass sie durch das Grundeinkommen Bürokratie abbauen und somit auch Kosten sparen können, würden Arbeitslose auch schlecht bezahlte Jobs annehmen. Der Staat spart, und die eh schon finanziell Schwachen nehmen auch noch mies bezahlte Jobs an - so lautet der Vorwurf vor allem von Sozialverbänden.

Grundeinkommen als Ausbeutung?

Miska Simanainen, eine Forscherin bei Kela, sieht das anders. Sie will durch das Experiment herausfinden, ob sich Menschen durch einen finanziellen Anreiz wieder aktivieren lassen, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Das Projekt in Finnland läuft noch bis Ende 2018. Vorher wollen die Verantwortlichen noch kein Zwischenfazit ziehen, sondern die abschließende Untersuchung abwarten.




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