Dänischer Geheimdienst ficht Buchveröffentlichung an

Kopenhagen (dpa) - In Dänemark hat ein Buch über die Arbeit des Geheimdienstes PET zu einem Streit über die Pressefreiheit geführt. Die Zeitung «Politiken» hatte am Wochenende das Werk in einer Sonderbeilage gedruckt, obwohl eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung bestand. Auch andere Medien besprachen das Buch. Der PET hat nun Anzeige erstattet.

Das Buch «Sieben Jahre für den PET» basiert auf Interviews mit dem ehemaligen PET-Chef Jakob Scharf. Der Geheimdienst fürchtete, Scharf gebe darin Informationen preis, die als geheim eingestuft werden. Da sich der Verlag weigerte, dem Nachrichtendienst das Manuskript zur Autorisierung vorzulegen, erwirkte der PET eine einstweilige Verfügung gegen die für den 18. Oktober geplante Veröffentlichung.

«Politiken» widersetzte sich der Anordnung ganz bewusst. «Es geht hier um die Pressefreiheit», schrieb Chefredakteur Christian Jensen am Dienstagabend auf der Website der Zeitung. Es sei Aufgabe der Presse, im Namen der Öffentlichkeit die Mächtigen zu kontrollieren. Gegen Scharf wird nun wegen Verletzung der Schweigepflicht ermittelt, Autor und Verlag wird Mitwirkung vorgeworfen.

Trendsport aus Skandinavien - Bubble Football

Als Bälle verkleidete Menschen spielten am Wochenende in Prenzlauer Berg Fußball. Ziel: Wegrempeln und Tore schießen. Bubble Football heißt der Spaß, der in Berlin immer beliebter wird.

Menschen, die in riesige rote und blaue Plastikbälle gehüllt sind, rennen über den Fußballplatz an der Hanns-Eisler-Straße in Prenzlauer Berg. Die Sonne knallt schon am frühen Morgen auf den Platz. Über dem Kunstrasen sieht man ein Flimmern von der Hitze. Nur schemenhaft sind die Umrisse der Oberkörper und Gesichter in den Plastikkugeln zu erkennen. Sie laufen, hüpfen und rollen ungelenk einem kleinen Fußball hinterher. Ihr Ziel: Möglichst viele Gegner zu Fall zu bringen, ihnen den Ball abzunehmen und ein Tor zu schießen. Willkommen beim Bubble Football.

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Laki-Krater auf Island: Dieser Vulkan brachte eine Eiszeit - und ein anderer könnte es heute wieder tun

Zugefrorene Gewässer, Schneemassen und eisige Temperaturen: Eine Kältewelle suchte im Winter 1783 ganz Europa heim. Sie reichte vom Schwarzen Meer bis an den Atlantik. Der Auslöser für diesen harten Winter war ein Vulkanausbruch. Ein vergleichbarer könnte sich heute noch ereignen.

Der Ausbruch des Laki-Vulkans gilt als größte Naturkatastrophe der Neuzeit. Ganze Meeresstraßen froren in der folgenden Kälteperiode ein. Auch heute noch droht die Gefahr einer Eiszeit durch einen Supervulkan.

Etwa acht Monate war der „Laki-Krater“ auf Island aktiv, nachdem er am 8. Juni 1783 ausbrach. In dieser Zeit spuckte der Vulkan Unmengen an Lava und Aschewolken in die Luft, die zusammen mit Wasser zu Sulfatpartikeln und Schwefelsäure reagierten. Diese sogenannten Aerosole verteilten sich in der Stratosphäre wie ein Schleier über der Erde. Anders als Asche können Aerosolpartikel Jahre in der Atmosphäre schwirren und die Sonnenstrahlung abschirmen.

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Sorge nach Rechtsruck in Dänemark

Wegen des Rechtsrucks drohen in Dänemark strengere Asylregeln. Viele Flüchtlinge haben Angst vor ihrer Abschiebung - insbesondere wenn die Dansk Folkeparti an der Regierung beteiligt wird. Von Andreas Stahl, Kopenhagen.

Im "Trampolinhuset" spricht man nach der Wahl von einer Katastrophe. Das Zentrum unterstützt Flüchtlinge und Asylbewerber, die nach Dänemark gekommen sind. "Die Rechtskonservativen haben vor der Wahl angekündigt, dass sie all die Verbesserungen wieder kassieren werden, die die sozialliberale Koalition eingeführt hat - dazu zählt auch die finanzielle Hilfe, die wir bislang von der Regierung bekommen", sagt Morten Goll, der sich mit anderen die Leitung des Trampolinhuset teilt. "Ohne das Geld müssen wir schließen."

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Wenn Schweden feiern...ist Mittsommer

Auf den Schären vor Göteborg sind Touristen ausdrücklich willkommen.

Die dunklen Regenwolken, die drüben in Göteborg noch ihre Ladung versprühten, sind von der Insel Styrsö aus nur noch ein dunkler Streifen am Horizont. Die Holzvilla des "Styrsö Skäret" leuchtet im Sonnenschein zartgelb unter blauem Himmel, als gelte es, die Nationalfarben Schwedens bestmöglich zur Geltung zu bringen. Auf der Terrasse blinzeln Gäste bei Kaffee und klassisch schwedischer midsommartårta – ein Tortentraum aus Erdbeeren und Sahne – über den glitzernden Sund hinüber zur benachbarten Insel Donsö. So ist das in den Göteborger Schären um die Sommersonnenwende herum häufig: Hier die perfekte Idylle, da die verregnete Großstadt. Ola Tulldahl, der mit seiner Frau Ylva das Hotel und Restaurant Styrsö Skäret auf der autofreien Insel führt, freut's: "Die Leute rufen aus der Stadt an und sagen: Hier schüttet es – wie ist bei euch das Wetter? Wenn ich ihnen bestätige, dass bei uns die Sonne scheint, buchen sie einen Tisch für den Abend." Die Villa war einst das Personalhaus eines Sanatoriums, heute wird das Restaurant im "White Guide" geführt, dem schwedischen Pendant zum "Gault-Millau".

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